Das kompetenzorientierte Formulieren von »Learning Outcomes« (Lernergebnisse) für die Modul- bzw. LVA-Beschreibung umfasst im wesentlichen das Verfassen von Sätzen, die beschreiben, was Studierende am Ende der Lehrveranstaltung können werden. Das wesentlichste Hilfsmittel dazu ist (meiner bescheidenen Erfahrung nach) die folgende Tabelle: 

 Quelle: Foto von Unterlagen aus der focus:lehre-Veranstaltung »WERKSTATT: Studienpläne überarbeiten«, geleitet von Dr. Olivia Vrabl.

Quelle: Foto von Unterlagen aus der focus:lehre-Veranstaltung »WERKSTATT: Studienpläne überarbeiten«, geleitet von Dr. Olivia Vrabl.

Diese Tabelle hilft nicht nur dabei, Wortwiederholungen zu vermeiden, sondern unterstützt vor allem bei der inhaltlichen Differenzierung. Aufzählen, Benennen und Definieren sind unterschiedliche Arten von Erinnern, oder anders gesagt sind differenzierte Skills, die durch das Erinnern ermöglicht werden. Insoferne ist diese Tabelle ein wunderbares Hilfsmittel, um Lernergebnisse so zu formulieren, dass sie aus der Sicht der Studierenden Sinn ergeben.

Gleichzeitig kann eine sorgfältige Auswahl der Verben auch Anregungen dafür geben, wie die Evaluierung der Lernergebnisse aussehen könnte. Ob eine Teilnehmerin etwas benennen, schreiben, schildern oder definieren können soll ist ein guter Indikator dafür, welche Evaluierungsformen, Prüfungsfragen oder Beurteilungsweisen adäquat sind. Eine gute kompetenzorientierte Formulierung der Lernergebnisse kann auch dabei helfen, passende Lehr- und Lernformen auszuwählen. (Die gelungene Abstimmung von Lernergebnisse, Lehr- bzw. Lernform und Evaluierung nennt man dann übrigens »constructive alignment«.)

Ein (fiktives) Beispiel, das die semantischen Feinheiten im richtigen Einsatz der Verben meiner Meinung nach schön demonstriert:

Lernergebnisse (Bildungsziele):

Grundlegende Begriffe aus Technikfolgenabschätzung, Technikgenese, Technikgeschichte, Wissenschaftsethik, Gender Mainstreaming und Diversity Management im Kontext eines Fachbereichs erläutern und diskutieren können; 

wesentliche Eckpunkte der Ideengeschichte eines Fachbereichs schildern und daraus grundlegende Eigenschaften der Technikgenese ableiten; 

die multiperspektivische Natur der Wissenschaftsethik begreifen; anhand eines fachspezifisches Beispiels wissenschaftsethisch gegenüberstellend diskutieren;

Gender Mainstreaming und Diversity Managementy begründen und Methoden des GM an Beispielen anwenden können; 

Möglichkeiten und Grenzen der Technikfolgenabschätzung benennen und Methoden der TFA anwenden können;

Grundlegende Begriffe aus Technikfolgenabschätzung, Technikgenese, Technikgeschichte, Wissenschaftsethik, Gender Mainstreaming und Diversity Management im Kontext eines Fachbereichs erläutern und diskutieren können; 

wesentliche Eckpunkte der Ideengeschichte eines Fachbereichs schildern und daraus grundlegende Eigenschaften der Technikgenese ableiten; 

die multiperspektivische Natur der Wissenschaftsethik begreifen; anhand eines fachspezifisches Beispiels wissenschaftsethisch gegenüberstellend diskutieren;

Gender Mainstreaming und Diversity Managementy begründen und Methoden des GM an Beispielen anwenden können; 

Möglichkeiten und Grenzen der Technikfolgenabschätzung benennen und Methoden der TFA anwenden können

Darüberhinaus sollten in den Lernergebnissen auch nicht nachweisebare Kompetenzen angeführt werden. In diesem Beispiel könnte das etwa so aussehen: 

Das Modul gibt auch Gelegenheit, kritisches Denken und Kreativität zu trainieren.